Was Dofollow wirklich bedeutet
Der erste Reflex vieler Einsteiger ist, im Quelltext nach einem rel="dofollow" zu suchen. Das gibt es nicht und hat es nie gegeben. Ein Link ist dofollow, sobald er kein rel="nofollow" trägt: der Standardzustand jedes <a href>-Tags überträgt Linkjuice. «Dofollow» ist also ein Begriff aus dem SEO-Jargon, der eine Abwesenheit beschreibt, nicht eine aktive Auszeichnung. Wer das verinnerlicht, hört auf, nach dem falschen Signal zu suchen.
Operativ bedeutet dofollow: die verlinkende Seite gibt einen Teil ihrer Autorität an dein Ziel weiter und sagt den Crawlern damit «dieser Verweis ist eine Empfehlung». In der PageRank-Logik, die Google nie aufgegeben hat, fließt entlang dieser Kante Signalstärke. Ein nofollow-Link unterbricht diesen Fluss per Hinweis. Der Unterschied ist nicht binär sichtbar im Ranking eines einzelnen Links, aber über ein ganzes Profil hinweg ist er der Hebel, der eine über Monate kalibrierte Kampagne überhaupt erst wirken lässt.
Der zweite Irrtum: dofollow sei automatisch wertvoll. Das ist falsch. Ein dofollow-Link aus einem thematisch fremden, ausgedünnten Linkverzeichnis ist näher an wertlos als an wirksam. Der Status ist eine Vorbedingung, kein Qualitätsmerkmal. Was zählt, ist die Kombination aus dofollow, thematischer Relevanz, redaktioneller Platzierung und Autorität der Quelldomain.
Wie Dofollow 2026 funktioniert
Die Mechanik hat sich seit 2019 spürbar verschoben. Im September 2019 führte Google laut Search Central zwei neue rel-Werte ein: «sponsored» für bezahlte Verweise und «ugc» für nutzergenerierte Inhalte. Ab dem 1. März 2020 wurde nofollow vom strikten Befehl zum Hinweis («hint») herabgestuft, den Google für Crawling und Indexierung berücksichtigen kann, aber nicht muss. Diese drei Werte, plus die Abwesenheit jedes rel-Attributs für den klassischen dofollow-Link, bilden heute das vollständige Vokabular.
Praktisch heißt das: Die alte Vorstellung, ein nofollow-Link «übertrage garantiert nichts» und ein dofollow-Link «übertrage garantiert alles», ist überholt. Google entscheidet pro Link, ob es einem Hinweis folgt. Aus eigener Audit-Erfahrung sehen wir trotzdem, dass dofollow-Links aus redaktionellem Kontext weiterhin den Löwenanteil der messbaren Ranking-Bewegung tragen. Die Theorie ist weicher geworden, die operative Realität bleibt klar: ein im Fließtext eingebetteter dofollow-Link ist das Arbeitspferd jeder ernsthaften Kampagne.
Wie misst man den Status? Werkzeuge wie Ahrefs, Semrush oder Sistrix klassifizieren jeden Backlink als dofollow oder nofollow im Linkprofil. Das ist die erste Sortierebene. Verlasse dich nicht blind darauf: Crawler erfassen das rel-Attribut zum Crawl-Zeitpunkt, und Seiten ändern sich. Ein Link, der heute dofollow ist, kann nach einem CMS-Update oder einer Plugin-Änderung morgen nofollow sein. Bei gekauften Platzierungen lohnt eine periodische Kontrolle, ob der Status hält.
Warum Dofollow im Netlinking zählt
Im Netlinking ist der dofollow-Status die Grenze zwischen «zahle ich für ein Ranking-Signal» und «zahle ich für reinen Traffic oder Markensichtbarkeit». Beides hat seinen Platz, aber die Preise und Erwartungen unterscheiden sich fundamental. Wer einen Artikelplatz einkauft, erwartet in aller Regel einen dofollow-Link, sonst stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis selten. Genau hier trennt sich seriöses Angebot von Augenwischerei: manche Anbieter verkaufen «Backlinks», liefern aber stillschweigend nofollow.
Deshalb steht der Status bei jeder Auswahl im Vordergrund. Wenn du bei Stringer Network Plätze in unseren 28 eigenbetriebenen Medien belegst, sind die redaktionellen Links standardmäßig dofollow und im Text platziert, weil das der einzige Verweistyp ist, der die Investition rechtfertigt. Der Unterschied zu einer offenen Marktplatzlogik liegt nicht im Attribut, sondern in der Kontrolle: ein über eine eigene Plattform vergebener Platz erlaubt es, Status, Kontext und Anker konsistent zu steuern.
Die Statusfrage hängt zudem eng mit der Ankerstrategie zusammen. Ein dofollow-Link mit hartem Money-Keyword als Anker ist ein starkes Signal, aber auch ein Risiko: Penguin reagiert auf überoptimierte Ankerprofile. Ein durchdachter Mix aus dofollow- und nofollow-Links mit variierten, natürlichen Ankertexten wirkt organischer und hält länger. Der Status allein nützt nichts, wenn das Anker- und Geschwindigkeitsprofil künstlich aussieht.
Häufige Fehler bei Dofollow-Links
Der erste und teuerste Fehler: die Jagd nach einer Dofollow-Quote von 100 Prozent. Ein natürlich gewachsenes Profil enthält immer einen erheblichen Anteil nofollow-, ugc- und sponsored-Links, weil Erwähnungen in Foren, sozialen Netzen und Kommentaren genau diese Attribute tragen. Ein Profil, das ausschließlich aus dofollow-Links aus Gastartikeln besteht, ist ein Footprint, den jeder erfahrene Spam-Analyst auf einen Blick erkennt. Die bewusste Beimischung von nofollow-Verweisen ist kein Verlust, sondern Tarnung.
Der zweite Fehler: dofollow gleichsetzen mit Wert und die Platzierung ignorieren. Ein dofollow-Link im Footer, in der Blogroll oder in einer Linkliste am Seitenende wird von Google längst anders gewichtet als ein Link mitten im redaktionellen Text. Das site-wide platzierte Footer-Link-Muster ist seit Jahren entwertet. Wer dofollow-Plätze kauft, ohne die Position auf der Seite zu prüfen, zahlt oft für ein Signal, das kaum noch zieht.
Der dritte Fehler betrifft die Compliance-Naivität. Googles Richtlinie ist eindeutig: bezahlte Links müssen rel="sponsored" oder rel="nofollow" tragen. In der Praxis ist fast jede Netlinking-Kampagne ein bezahlter dofollow-Link ohne dieses Attribut, und der gesamte Markt funktioniert so. Das Risiko liegt nicht im einzelnen Attribut, sondern im Gesamtbild: identische Anker, gleicher Linktyp, gleicher Quelltyp über Hunderte Links. Wer bei redaktionell eingebetteten Beiträgen auf Vielfalt in Quelle, Anker und Kontext achtet, reduziert das Footprint-Risiko weit wirksamer als jede Diskussion über das rel-Attribut.
Der vierte Fehler: den Status einmal prüfen und nie wieder. Gekaufte dofollow-Links werden gelegentlich nachträglich auf nofollow umgestellt oder ganz entfernt, sobald die Zahlung durch ist. Ohne periodisches Monitoring zahlst du für ein Signal, das längst verschwunden ist.
Taktische Schlüsse für die Praxis
Behandle dofollow als Mindestanforderung, nicht als Qualitätsstempel. Filtere zuerst nach Status, dann nach thematischer Relevanz, Autorität der Quelldomain und Platzierung im Text. Ein dofollow-Link, der diese drei weiteren Hürden nicht nimmt, ist sein Geld nicht wert.
Plane den nofollow-Anteil bewusst ein. Eine gesunde Mischung entsteht von selbst, wenn du neben gekauften redaktionellen Plätzen auch Erwähnungen aufbaust, die natürlicherweise nofollow tragen. Diese Diversität ist Versicherung gegen algorithmische Abwertung und gegen manuelle Prüfung. Wer ausschließlich dofollow einkauft, optimiert sich in einen erkennbaren Footprint hinein.
Schließlich: koppele den Status an Anker- und Geschwindigkeitsstrategie, statt ihn isoliert zu betrachten. Der dofollow-Link entfaltet seine Wirkung nur im Zusammenspiel mit variierten Ankern, kontrolliertem Aufbautempo und thematischer Kohärenz. Genau diese Kalibrierung trennt eine Kampagne, die über Monate trägt, von einer, die nach dem nächsten Core Update einbricht.